Neue Möglichkeiten und eine Warnung zu Instagram - Digital braucht Sozial, Ausgabe 6


Hallo Reader,

willkommen zur sechsten Ausgabe von Digital braucht sozial. Heute schaue ich mir die Neuerungen bei Instagram und ihre Möglichkeiten für soziale und gemeinnützige Organisationen im aktuellen Thema genauer an.

Beim Fokusthema ist Instagram lediglich der Aufhänger. Denn hier geht es um eine Warnung, die gleichzeitig als Erinnerung für Kommunikatorinnen und Kommunikatoren - und damit auch für mich selbst - dient.

Denn gerade, weil Instagram sich weiterentwickelt, nützliche neue Funktionen und relativ viel Wirkung bringt und die Kommunikation so leicht macht, sollten wir auf der Hut sein. Menschen sind von Natur aus bequeme Wesen – und genau diese Bequemlichkeit, die Instagram hervorragend zu nutzen weiß, kann uns in die Irre führen und einen Teil unserer Aufgabe und unseres Auftrags vergessen lassen.

Wenn du die neuen Instagram-Funktionen bereits nutzt, Gedanken zu meiner Warnung oder Themenvorschläge/Wünsche für den Newsletter hast, freue ich mich auf deine E-Mail.

Ich wünsche dir einen wunderbaren Wochenstart.

Viele Grüße,
Christian


💡 Fokusthema: Warnung vor der Instagram Bequemlichkeit - denken wir an unseren Auftrag!

Instagram ist für viele Kommunikatorinnen und Kommunikatoren sozialer und gemeinnütziger Organisationen aktuell das aktivste, wirksamste und nützlichste Netzwerk.

Collabs, seit kurzem Reposts, der neue Video-Editor, Edits, eine umfangreiche Musik-Bibliothek und viele weitere Funktionen machen die Plattform attraktiv. Von der großen und recht aktiven Nutzer*innenbasis ganz zu schweigen.

Da wir Menschen gerne den Weg des geringsten Widerstands gehen und bequem sind – ich schließe mich da absolut mit ein –, bekommt die Kommunikation mancher sozialer und gemeinnütziger Organisationen einen ziemlich starken Instagram-Fokus. Das beobachte ich auch in meiner eigenen Social-Media-Arbeit für meinen Arbeitgeber.

Diese Entwicklung ist verständlich – und gefährlich!

Unser Auftrag: Informationen für die Menschen zugänglich machen, die sie brauchen

Denn die Kommunikation sozialer und gemeinnütziger Organisationen soll und muss möglichst zugänglich und inklusiv sein. Nein, diesem Anspruch werde ich selbst nicht immer gerecht, auch wenn ich mein Bestes tue.

Doch es ist ein Unterschied, ob ich tue, was ich kann, und dann den Anspruch nicht erfülle, oder ich sehenden Auges aufgrund von Bequemlichkeit andere Plattformen vernachlässige und mich auf Instagram sozusagen „ausruhe“.

Deshalb nutze ich die neue Repost-Funktion, die echtes Potenzial für unsere Kommunikation auf Instagram hat (siehe unten), als Anlass für eine Erinnerung, die zuerst mir selbst gilt:

Lassen wir uns nicht von den bequemen neuen Funktionen, den schönen ego-streichelnden Zahlen und den zahlreichen Möglichkeiten von Instagram einlullen. Behalten wir unsere anderen, vor allem unsere eigenen (!), Plattformen im Blick. Pflegen wir auch Mastodon, unsere Website und anderen Kommunikationskanäle. Machen wir unsere Informationen auch den Menschen einfach zugänglich, die Meta ihre Daten nicht geben wollen.

Ich für meinen Teil werde darauf in nächster Zeit sehr bewusst achten und mir die Erinnerung als Impuls in meine Monats- und Quartalsreflexion einbauen. Sonst mache ich es mir garantiert zu bequem – und werde meinem Auftrag nicht gerecht.


✅ Aktuelles Thema: Neue Funktionen bei Instagram - mit Fokus auf Reposts

Instagram hat 06. August 2025 drei neue Funktionen vorgestellt. Dabei handelt es sich um:

  • Einen „Freunde“-Tab in Reels, mit dem ihr sehen könnt, mit welchen öffentlichen Inhalten eure Freund*innen interagiert haben.
  • Eine Instagram-Karte mit der ihr euren Standort mit euren Freund*innen teilen und Orte empfehlen könnt. Hinweis am Rande: Die Funktion soll Opt-In sein, die Kommentare unter dem erklärenden Beitrag bei Instagram Chef Adam Mosseri zeigen jedoch, dass die Instagram Karte bei vielen Nutzer*innen automatisch aktiviert wurde und den Standort ungewollt geteilt hat. Aktuell ist die Funktion nur in den USA verfügbar. Die DSGVO hat manchmal echte Vorteile. :)
  • Eine Repost-Funktion, mit der ihr Beiträge und Reels außerhalb von Stories im Feed teilen könnt.

Jepp, richtig gelesen, es gibt einen Repost-Button!

Für mich war das ein Die-Hölle-ist-zugefroren-Moment, denn genau das hat Instagram jahrelang ausgeschlossen. Die neue Funktion ist jedoch recht unspektakulär. Repostete Inhalte werden im Feed eurer Freund*innen und Follower*innen und in eurem Profil in einem eigenen Tab angezeigt.

Die ursprünglichen Ersteller*innen der Beiträge werden immer klar benannt und ihre Beiträge erhalten durch Repost auch mehr Reichweite und die Interaktion landet bei ihnen, soweit ich das beurteilen kann. Meine ersten Tests mit der Repost-Funktion sind vielversprechend, mehr dazu in den Handlungsempfehlungen.

👍 Handlungsempfehlung

Für soziale und gemeinnützige Organisationen ist die Repost-Funktion aus meiner Sicht aus zwei Perspektiven relevant:

  1. Netzwerk- und Community-Pflege: Ihr könnt die Vernetzung mit euch befreundeten oder kooperierenden Organisationen stärken und Inhalte mit für euch wichtigen Themen sichtbarer machen, ohne jedes Mal sofort eine Collab zu initiieren. So kann euer Profil interessanter und vielseitiger werden.
  2. Strategischer Netzwerkausbau: Konten, deren Beiträge oder Reels ihr repostet, bekommen das natürlich. Wenn ihr also Accounts habt, mit denen ihr schon lange in Kontakt treten wollt, könnt ihr mit Repost die Kontaktanbahnung beginnen. Gezielte, thematisch passende und nicht spammige Reposts können euch auf dem Radar des Accounts auftauchen lassen und die Vernetzung vorbereiten. Wie immer gilt: Euer Interesse muss echt sein. Die reine Reichweite des Accounts sollte nicht das ausschlaggebende Kriterium sein. Er muss schon auch thematisch und von der Philosophie her zu euch passen.

Noch ein abschließender Hinweis, der keine Rechtsberatung sein soll, kann oder ist: Achtet beim Reposten bitte auf die Musik-Lizenzen!

Als soziale oder gemeinnützige Organisation seid ihr, wenn ihr euch an die AGB von Instagram haltet (was wir natürlich alle tun), mit einem Business-Account auf Instagram unterwegs.

Repostet ihr ein Reel oder einen Beitrag eines normalen Accounts oder eines Creator-Accounts, kann dort Musik zum Einsatz kommen, die nicht für die Nutzung durch Business-Accounts lizensiert ist. Repostet ihr einen solchen Beitrag, könnte euch eine Abmahnung wegen Nutzung nicht-lizenzierter Musik drohen.

Klar, es gibt diesen Fall konkret mit der Instagram Repost-Funktion noch nicht, dafür ist sie zu neu, doch das Risiko besteht.

Was ihr tun könnt:

  1. Nur Beiträge und Reels von Accounts reposten, bei denen ihr sicher seid, dass sie es mit dem Urheberrecht und den (Musik) Lizenzen genau nehmen.
  2. Einen Blick in die euch zur Verfügung stehende Instagram-Musikbibliothek werfen und schauen, ob ihr das im Reel verwendete Musikstück dort lizenziert findet.
  3. Wenn ihr euch unsicher seid, empfehle ich: Fragt beim postenden Account nach. Wenn die Antwort nicht zufriedenstellend ist, verzichtet auf den Repost.

Schickt mir gerne eure Erfahrungen und Erkenntnisse mit der neuen Repost Funktion. Ich freue mich darauf!


💭 Reflexionsimpuls

„A smooth sea never made a skilled sailor.“

Dieser Spruch ist seit einiger Zeit mein Schreibtischhintergrund auf meinem Computer und Tablet. Er wird oft Franklin D. Roosevelt zugeschrieben, ob er es jedoch wirklich als Erster gesagt hat oder ob die Geschichte nur gut klingt, kann ich nicht verifizieren.

Wichtig ist die Kernaussage: Der Spruch hilft mir in stressigen Situationen, wenn Termine sich verschieben oder wenn sich Pläne mal wieder aus externen Gründen ändern oder gar nicht funktionieren, mich an eine einfache Wahrheit zu erinnern.

All diese Stolpersteine, Problemchen und Nervfaktoren sind super Gelegenheiten, um zu lernen, Erfahrung zu sammeln und mich weiterzuentwickeln.

Wenn es dann mal wirklich darauf ankommt, eine Krisensituation ansteht oder bei einem wichtigen Projekt improvisiert werden muss, sind es alle Fahrten auf einem unruhigen und herausfordernden Meer, die mir dabei helfen, ruhig zu bleiben und meinen Job gutzumachen.


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Herzlich willkommen! Mein Name ist Christian und in meinem Newsletter "Digital braucht sozial" teile ich meine Einschätzung aktueller Entwicklungen rund um digitale Kommunikation, generative KI und digitales Arbeiten mit dir. Immer mit dem Fokus auf soziale, zivilgesellschaftliche und gemeinnützige Organisationen.

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