Hallo willkommen zur dritten Ausgabe von Digital braucht Sozial. Heute schauen wir uns gemeinsam an ...
Ein wenig Eigenwerbung für das zweite Fachcamp Soziale Arbeit - kurz #FCSoA - ist auch mit dabei. ;) Viele Spaß beim Lesen und hoffentlich die eine oder andere Erkenntnis. Wie immer gilt: Wenn du Fragen, Kommentare, Themenwünsche oder Anregungen hast, schreib mit gerne. Kommunikationsfreudige Grüße, ✅ Aktuelle Entwicklungen1. Gestalten wir das Internet und Social Media menschenfreundlich - eine Einladung zum TunWie sähe dein ideales und wirklich soziales Internet - und die dazugehörigen Social-Media-Plattformen - aus? Diese Frage stellt die geschätzte Annette Schwindt, etwas anders formuliert, mit ihrer Aktion #SoSollWeb. Ich habe letzte Woche mit meiner Vision für ein menschenfreundliches Internet daran teilgenommen. Und da Annette die Aktion dauerhaft offen für neue Beiträge geöffnet lässt, könnt ihr auch mitmachen. Ich lade euch herzlich dazu ein. Neben dieser Einladung habe ich jedoch auch noch eine Bitte an euch: Lasst uns nicht nur über das menschenfreundliche Internet schreiben, lasst es uns gestalten! Konkret bedeutet das drei Dinge:
Bitte versteht keinen dieser Aspekte als Vorwurf und lest sie auch nicht im mahnenden Tonfall des erhobenen Zeigefingers. Es sind einfach nur Reflexionsimpulse, die uns - ich schließe mich da natürlich mit ein - zum Nachdenken anregen sollen und können. Wichtig ist, dass wir uns zuerst Gedanken darüber machen, was unsere Vision oder, wenn ihr es etwas kleiner wollt, unsere Antwort auf #SoSollWeb ist. Doch wenn wir diese Antwort haben müssen wir auch aktiv werden, um etwas zu ändern. Visionen sind wichtig, doch sie werden nicht von selbst real. Wenn ihr Feedback zu meiner Vision habt, eure mit mir und meinen Leserinnen und Lesern teilen wollt oder ihr Ideen für gemeinsame Schritte zu einem menschenfreundlicheren Internet habt: Schreibt mir gerne. 2. LinkedIn und der Videofeed: Eine Erinnerung an den Wert der KommunikationsstrategieVor einiger Zeit hat LinkedIn den Videofeed von einem Beta-Test zu einer Funktion für (fast) alle Nutzerinnen und Nutzer gemacht. Der daraufhin einsetzende Hype rund um Videos war laut, anstrengend - und berechenbar. Leider. Doch schon wenige Wochen später entzog LinkedIn, vor wenigen Tagen, diesem Hype-Feuer den Sauerstoff. Denn wie Britta Behrens - übrigens eine Leseempfehlung zum Thema LinkedIn - in ihrem Beitrag dazu schreibt: "🛑 Update zum Videofeed auf LinkedIn. There is no feed anymore 🛑 ... LinkedIn hat es komplett zurück gedreht. So einen krassen Rollback hab selbst ich nicht erwartet." Ich gebe zu, dass es mir ähnlich geht. Ich habe zwar mit einer Reduktion des Videofeeds, nicht aber mit dessen kompletter Abschaffung gerechnet. Ein klein wenig Freude kann ich jedoch nicht verhehlen, denn dieser - wie gesagt überraschend heftige - Schritt stützt die Empfehlung, die ich seit den ersten Tests des Videofeeds all meinen Kundinnen und Kunden gebe: Videos sind toll - wenn sie zu euch, euren Menschen und euren Themen passen. Und damit keine Missverständnisse aufkommen: Wie auch Britta Behrens schreibt sind Videos auf LinkedIn auch ohne den Videofeed nach wie vor sinnvoll und werden prominent platziert - wenn sie denn relevant sind und Nutzen und Mehrwert bieten. Kerstin Hoffmann formuliert es in ihrem Beitrag zum Thema, mit dem ihr eigenen Fokus auf Corporate Influencer, so: "Dabei wäre meine Antwort auch schon vorher gewesen: Für die allermeisten Corporate Influencer sind Videos eher nicht das Medium der Wahl. ... 💡 Deshalb: Kein pauschales „Ja" oder „Nein, sondern ein „Kommt drauf an“. In diesen Fällen können Videos für einzelne Corporate Influencer sinnvoll sein: ..." Dieser differenzierten Haltung, und den von Kerstin in ihrem Beitrag genannten Aspekten für und gegen Video, stimme ich zu. Wie bei Britta Behrens zitiere ich auch bei Kerstin Hoffmann nur Auszüge der Beiträge. Denn die könnt und sollt ihr gerne komplett lesen. Die Kolleginnen verdienen Traffic und Interaktion für ihre Expertise und Arbeit. 👍 Handlungsempfehlung Meine Empfehlung ist seit Jahren die gleiche: (Soziale) Organisationen, Kommunikatorinnen und Kommunikatoren sollten sich intensiv mit Video beschäftigen. Doch beschäftigen bedeutet nicht, direkt aktiv Videos zu drehen. In erster Linie geht es darum das Medium - im Kontext eurer Adressatinnen und Adressaten und der jeweiligen Plattform - so gut zu verstehen, dass ihr beurteilen könnt:
Ob die Entscheidung für oder gegen Video als regelmäßiges Medium fällt, ist für mich fast schon zweitrangig. Entscheidend ist, dass ihr sie informiert trefft. Das zweite Fachcamp Soziale Arbeit steht an! #WerbungAlle Infos und die Anmeldung findet ihr über den Klick auf das Banner. Der geschätzte Hendrik hat einen wunderbaren Artikel zum zweiten Fachcamp Soziale Arbeit verfasst. Die wichtigsten Daten im Überblick:
Meldet euch gerne an, ich würde mich freuen, euch dort zu sehen. Bei Frage schreibt mir gerne! 3. Meta sperrt Konten: Warum wir uns aus unserer selbstverschuldeten Abhängigkeit befreien müssenNeu ist dieses Problem nicht, aktuell höre ich aber immer mehr Fälle von scheinbar willkürlichen Kontosperrungen auf Facebook und vor allem Instagram. Ich schreibe bewusst "scheinbar willkürlich", denn in den meisten Fällen gibt es eine Begründung seitens Meta - die allerdings selten nachvollziehbar ist. Bei Caritasverbänden und anderen Wohlfahrtsverbänden erlebe ich häufig die Begründung der Nachahmung. Da viele Konten den Namen "Caritas", "Diakonie", "AWO", "Paritätischer" oder ähnlich in ihrem Namen tragen, scheint das automatisierte System von Meta neue Accounts für Nachahmer und Fake Konten zu halten. Werden neue Konten zu häufig von der gleichen IP aus angelegt, greift der Mechanismus offenbar ebenfalls. Andere Gründe für Sperrungen kann es natürlich geben, die genannten begegnen mir jedoch am häufigsten. Wenn ihr von einer solchen Sperrung betroffen seid: Tief durchatmen und Widerspruch einlegen. In vielen - leider nicht allen - Fällen bekommt ihr das Konto zurück. Manchmal jedoch erst Wochen oder Monate später. 👍 Handlungsempfehlung Legt bei einer Sperrung auf jeden Fall Widerspruch ein. Hier einige Tipps, die die Erfolgsaussichten steigern:
Kurz gesagt: Einen perfekten Widerspruch, der immer zeitnah funktioniert, gibt es leider nicht. Mit Geduld und Ausdauer stehen die Chancen aber gut, dass ihr euer Konto - irgendwann - wiederseht. Auch wenn es keine Garantie gibt. Die gesamte Situation macht aber deutlich: Wir - damit meine ich Wohlfahrt, gemeinnützige Organisationen aber auch viele Unternehmen - haben uns in eine Meta-Abhängigkeit (sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen) hineinmanövriert. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung und Tatsachenbeschreibung. Es wird Zeit, unsere eigenen (Longform)Plattformen und -Inhalte zu stärken und Alternativen wie Mastodon und andere Fediverse-Plattformen aktiv zu nutzen. 4. KI-generierte Bilder und Videos: Die Qualität wächst, das Risiko für soziale Organisationen ebenfallsOpen AI hat vor wenigen Tagen seine neue Bild-KI vorgestellt, das teilweise erstaunliche und beeindruckende Ergebnisse liefert. Ich verzichte hier bewusst auf eine Beispielbild. Denn auch wenn die beeindruckend aussehen, weist Stefan von Gagern - ebenfalls eine klare Empfehlung rund um alle KI-Entwicklungen, nicht nur in Sachen Open AI - in seinem LinkedIn Beitrag - den ihr unbedingt komplett lesen und gerne mit Interaktion bedenken solltet - auf die Urheberrechtsproblematik hin: "Seit gestern Nachmittag werden Prompts im “Studio Ghibli”-Trend mit einer Copyright-Meldung beantwortet. Was jedoch immer noch funktioniert, sind Prompts die allgemein nach “Anime-Stil” fragen.
Copyright-Diskussion: AI Art vs Human Art - Das Studio Ghibli-Beispiel hat zurecht erneut eine Diskussion über Copyrights in KI-Kunst hervorgerufen.
Die neue “kreative Freiheit” und das freie Nutzen von kreativem Gut wie Stilen von Künstlern, ohne dass sie von den AI-Anbietern wie OpenAI lizensiert und entlohnt wurden, sorgt nicht umsonst für Stirnrunzeln."
Später im gleichen Beitrag weist Stefan aber auch auf Adobe Firely als, aus Urheberrechtssicht, bessere Alternative hin. Das ist einer der Gründe, warum ich Adobe Firefly in Sachen Bild KI eher empfehle als Open AI. Stefan dazu: "👉 Einen spannenden Ansatz verfolgt Adobe mit Firefly, die kommerziell sichere Nutzung und faire Entlohnung verspricht, weil sie nur mit selbst lizensiertem und lizenzfreiem Material trainiert wurde." Übrigens bieten inzwischen auch Le Chat von Mistral und - die richtige Hardware vorausgesetzt - DiffusionBee als Offline-KI-Lösung wirklich gute Bildgenerierungsmöglichkeiten an. Neben der Kennzeichnungspflicht für realistisch wirkende Bilder, Videos und Audios des EU AI Acts, die ab August 2026 in Kraft tritt - ich verweise auf die hervorragende Übersicht bei René Wörfel von der IHK Offenbach am Main und auf deren lesenswerte Website zum Thema KI - gibt es gerade für soziale Organisationen eine sehr reale Gefahr: die Vertrauenserosion. Wenn KI-generierte Inhalte ungekennzeichnet eingesetzt werden und die Nutzerinnen und Nutzer den KI-Einsatz im Nachhinein erkennen, kann schnell ein Gefühl der Täuschung entstehen. 👍 Handlungsempfehlung Auch wenn KI-generierte Bilder, Videos und Stimmen immer besser werden: Setze sie nur nach sorgfältiger Abwägung und dann mit klarer Kennzeichnung und Kommunikation ein. Das gilt aus meiner Sicht auch für signifikante KI-Veränderungen bestehender Bilder für Texte, die größtenteils oder zur Hälfte KI-generiert sind. Der Verdacht der Täuschung, ob berechtigt oder nicht, erodiert Vertrauen - die Basis unserer Kommunikation und Arbeit im Sozialbereich. Ich empfehle daher, proaktiv transparent in Sachen KI Einsatz zu sein und Zweifel keinen Raum zu geben. 💭 ReflexionsimpulsHeute nur eine Frage von mir: Wenn generative KI die Lösung ist, haben wir das Problem dann wirklich verstanden? 🔗 Linkempfehlungen
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Herzlich willkommen! Mein Name ist Christian und in meinem Newsletter "Digital braucht sozial" teile ich meine Einschätzung aktueller Entwicklungen rund um digitale Kommunikation, generative KI und digitales Arbeiten mit dir. Immer mit dem Fokus auf soziale, zivilgesellschaftliche und gemeinnützige Organisationen.
Hallo Reader, willkommen zur sechsten Ausgabe von Digital braucht sozial. Heute schaue ich mir die Neuerungen bei Instagram und ihre Möglichkeiten für soziale und gemeinnützige Organisationen im aktuellen Thema genauer an. Beim Fokusthema ist Instagram lediglich der Aufhänger. Denn hier geht es um eine Warnung, die gleichzeitig als Erinnerung für Kommunikatorinnen und Kommunikatoren - und damit auch für mich selbst - dient. Denn gerade, weil Instagram sich weiterentwickelt, nützliche neue...
Hallo Reader, willkommen zur fünften Ausgabe von Digital braucht sozial. Heute geht es um eine Chance, die KI für Organisationen und Menschen bietet. Das gilt zumindest für die, die sich auf Menschlichkeit und menschenfreundliche Kommunikation besinnen und den Mut haben, konsequent dazuzustehen und Grenzen zu setzen. Ich teile, warum analoges Arbeiten für mich unverzichtbar ist, um KI wirklich sinnvoll und wirksam zu nutzen. Und es gibt einige Impulse dazu, warum es spätestens jetzt an der...
Hallo Reader, willkommen zur vierten Ausgabe von Digital braucht Sozial. Dieser Newsletter kommt zu einer ungewöhnlichen Zeit und außerhalb meines monatlichen Rhythmus. Ein Abschied im engsten Familienkreis war in den letzten Wochen meine Priorität und hat alle anderen Themen in die zweite Reihe verschoben. Der so gewonnene Abstand war jedoch eine gute Zeit für Reflexion. Ein Ergebnis des Nachdenkens: Dieser Newsletter erscheint künftig 14-tägig. An Inhalt und Länge der einzelnen Themen...